WSPR kann ich jetzt auch - erste Versuche

Erste Versuche 

Seit gestern kann ich auch WSPR. Meine ersten Versuche habe ich mit meinem FT817 und der Miracle Whip auf dem Küchentisch unternommen. Das Ergebnis ließ mich zweifeln, ob die Antenne oder meine Konfiguration überhaupt irgendwie funktionieren, deshalb bin ich dann doch ins Shack umgezogen. Siehe da, an einer Antenne habe ich dann auch tatsächlich erste Stationen auf 20 Meter empfangen.

Also scheint die Miracle Whip doch ehr ein Dummy-Load zu sein, als eine HF taugliche Behelfsantenne. Allerdings habe ich auch noch in keiner anderen Betriebsart mit der Miracle Whip irgend etwas erreicht.

Konfiguration

Mein Setup ist ziemlich straight, der erwähnte FT817 und mein Signalink-Modem habe ich ja schon als PSK-31 Setup benutzt. Für mich neu ist es einen Linux-Betriebssystem, statt eines Windows- oder Apple-Betriebssystem zu verwenden. Dabei stieß ich schon mal auf die ersten Schwierigkeiten. Das, auf der WSPR-Download angebotene *.deb (Version 2.0) ließ sich nicht installieren. Der Paketmanager kann aber mit der Version 2.11 etwas anfangen. Dieses Paket installiert WSPR direkt nach ./ - auch ehr "seltsam". Einen Eintrag ins Startmenue muss man offensichtlich auch selbst erstellen.

Das Signalink-Modem wurde von meinem Debian-Linux direkt als USB-Soundinterface erkannt und ließ sich nach dem Start von WSPR direkt im Setup (F2) auswählen. Eine CAT-Verbindung steht mir aktuell nicht zur Verfügung, also war hier nix zu konfigurieren.

Als Antenne steht mir hier ein vertikaler Dipol aus einem 8,5m Alurohr (Grundman-Vertikal) und einem genauso langem Drahtseil zur Verfügung. damit hörte ich nach dem das Setup eingerichtet war und ich den Haken bei "idle" entfernt hatte sehr schnell erste Stationen. Das Manual von WSPR empfiehlt den Eingangspegel so einzustellen, dass links unten im WSPR-Programmfenster 0dB angezeigt werden. Beim Signalink-Modem geht das mit ein Poti an der Front, das mit "RX" beschriftet ist. 

Fehler?

Der TRX schaltete auch, wie konfiguriert alle 10 min für 2 min auf Sendung. Das Signalink-Modem schaltet dabei den FT817 via CAT-Schnittstelle, nachdem ein NF-Signal vom Rechner ins Modem geschickt wird. Also per VOX schaltet das Modem, per PTT an der CAT-Schnittstelle der TRX. Aber leider hört mich erst mal niemand. Es hat mich eine ganze Ecke Zeit gekostet drauf zu kommen, dass der FT817 im Mode USB die NF nur über das Mic haben möchte und nicht von der CAT-Schnittstelle nimmt. Wenn man also, wie ich, die NF via CAT an der Geräterückseite einspeisen will, muss als Mode DIG ausgewählt werden. In den Menues des FT817 kann man hier U-PSK auswählen, was wohl USB entspricht. Den NF-Input-Pegel habe ich zuerst auf Null gedreht, dann im WSPR-Programm den Tune-Knopf gedrückt und dann so lange aufgedreht (Pegel erhöht), bis am Leistungsmessgerät keine Leistungssteigerung mehr gemessen werden konnte (ob das wirklich der richtige Weg ist, ein sauberes Ausgangssignal einzustellen, konnte ich bisher nicht herausfinden!). Danach hat sich auf der WSPR-Map-Seite gezeigt, dass ich auch gehört wurde.

In der Liste sah das ganuze dann so aus:

Nach einem Tag

Das Ganze habe ich dann mal über Nacht auf 20m mitlaufen lassen und morgens kontrolliert, wo ich überall gehört wurde, bzw. wen ich alles gehört habe. Für 1W out und meine Behelfsantenne finde ich es schon beeindruckend :-)

Ausblick

Eigentlich gibt es wirklich viele Teilnehmer gerade auf 20m und ich weiß auch noch nicht, was ich jetzt mit dieser, für mich neuen Spielart des Amateurfunks anfange, aber evtl. würde eine WSPR-Bake im 2m oder 70cm-Band ja wirklich hilfreich sein, das vorhandene Baken-Netz im UKW-Bereich zu ergänzen und eine Echtzeit-Prognose der Ausbreitungsbedingungen für diese Bänder zu unterstützen.

73 de Thomas